Datensilos auflösen: Systeme richtig verbinden

Der Vertrieb sieht nicht, welche Support-Tickets ein Kunde hat. Der Support kennt die Bestellhistorie nicht. Die Buchhaltung arbeitet mit anderen Kundennummern als das CRM. Willkommen in der Welt der Datensilos.

Was Datensilos kosten

Zeit

Mitarbeiter suchen Informationen in mehreren Systemen. Sie kopieren Daten manuell zwischen Anwendungen. Das summiert sich auf Stunden pro Woche.

Qualität

Manuelle Übertragung bedeutet Fehler. Unterschiedliche Systeme haben unterschiedliche Datenqualität. Niemand weiß, welche Version stimmt.

Entscheidungen

Management-Reports basieren auf unvollständigen Daten. Kunden-Insights fehlen, weil die Daten nicht zusammenfließen.

Drei Strategien gegen Datensilos

1. Point-to-Point Integration

Systeme werden direkt miteinander verbunden. CRM exportiert zu ERP, ERP synchronisiert mit Warehouse.

Vorteile: Schnell umzusetzen, keine neue Infrastruktur Nachteile: Spaghetti-Architektur, schwer wartbar ab 5+ Systemen

2. Middleware / Integration Hub

Ein zentraler Vermittler verbindet alle Systeme. Jedes System kennt nur den Hub.

Vorteile: Übersichtlich, zentrale Fehlerbehandlung, skalierbar Nachteile: Zusätzliche Infrastruktur, Single Point of Failure

3. Data Warehouse / Data Lake

Daten werden zentral gesammelt, aber Quellsysteme bleiben autonom.

Vorteile: Reporting ohne Systemzugriffe, historische Daten Nachteile: Keine Echtzeit, Daten nur lesbar

Der pragmatische Ansatz

In der Praxis ist die Kombination erfolgreich:

  1. Kritische Echtzeit-Daten per API synchronisieren (Lagerbestand, Kundenstatus)
  2. Stammdaten über einen Master-Service verwalten (Kunden, Produkte)
  3. Historische Daten für Reporting im Data Warehouse sammeln

Praxisbeispiel: DB Netz

Bei DB Netz haben wir verschiedene Legacy-Systeme über eine API-Schicht verbunden:

  • Abrechnungsdaten aus einem Mainframe-System
  • Vertragsdaten aus einer Oracle-Datenbank
  • Preismodelle aus Excel-Dateien (ja, wirklich)

Die neue Webanwendung greift auf alle Quellen zu – für den Benutzer sieht es aus wie ein System.

Typische Stolpersteine

Datenhoheit

Wer ist für welche Daten verantwortlich? Wenn CRM und ERP unterschiedliche Kundenadressen haben – welche gilt?

Echtzeit vs. Batch

Nicht alle Integrationen müssen in Echtzeit sein. Nightly Batches sind oft ausreichend und robuster.

Fehlerbehandlung

Was passiert, wenn ein System nicht erreichbar ist? Retry-Logik, Queuing und Monitoring sind Teil der Lösung.

Wo anfangen?

Der größte Fehler: Alles auf einmal lösen wollen.

  1. Pain Points identifizieren – Welche fehlende Verbindung kostet am meisten Zeit?
  2. Quick Win umsetzen – Eine Integration, die schnell Wert liefert
  3. Lernen und erweitern – Mit den Erkenntnissen weitere Integrationen planen

Nächster Schritt

Sie jonglieren täglich zwischen Systemen und wünschen sich eine verbundene Datenbasis? Lassen Sie uns die wichtigsten Verbindungen identifizieren.

Haben Sie weitere Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie uns gerne